Leitfähigkeits- und pH-Werte von Hochmooren, Zwischenmooren und Niedermooren

Moore werden anhand ihrer Wasserspeicherung, Nährstoffversorgung und des Wasserhaushalts in verschiedene Typen unterteilt. Die chemischen Eigenschaften wie pH-Wert und Leitfähigkeit unterscheiden sich dabei deutlich. Nachfolgend finden Sie die typischen Werte für Hochmoore, Zwischenmoore und Niedermoore:


1. Hochmoore (Oligotrophe Moore)

Charakteristik:

  • Entstehen durch Versumpfung von Wäldern oder offenen Flächen, meist auf sandigen oder torfhaltigen Böden.
  • Dominantes Wasser: Oberseifenwasser (Regenwasser), das nährstoffarm und arm an Ionen ist.
  • Sehr saurer Torf, geringes Grundwasser.

pH-Wert:

  • Sehr sauer3,0 bis 5,0
    • Häufig liegt der Wert bei etwa 3,5–4,5.
    • Die niedrigen pH-Werte entstehen durch die Zersetzung von Pflanzenmaterial unter anaeroben Bedingungen, wobei organische Säuren freigesetzt werden.

Leitfähigkeit (elektrische Leitfähigkeit):

  • Sehr niedrig20 bis 100 µS/cm
    • In sehr reinen Hochmooren kann der Wert unter 20 µS/cm liegen.
    • Die niedrige Leitfähigkeit spiegelt den geringen Gehalt an gelösten Ionen (wie Calcium, Nitrat, Sulfat) wider.

2. Zwischenmoore (Mesotrophe Moore)

Charakteristik:

  • Entstehen durch Überschwemmung von Hochmooren oder durch Grundwasserzufluss.
  • Kombination aus Oberseifenwasser und Grundwasser.
  • Mittelgradige Nährstoffversorgung.

pH-Wert:

  • Mäßig sauer bis neutral5,0 bis 6,5
    • Häufiger Bereich: 5,5–6,2.
    • Durch leichten Zutritt von Grundwasser kann der pH-Wert etwas höher sein als bei Hochmooren, bleibt aber noch im sauren bis leicht neutralen Bereich.

Leitfähigkeit:

  • Mittel100 bis 500 µS/cm
    • Die Leitfähigkeit ist höher als bei Hochmooren, da mehr Ionen (v. a. Calcium, Magnesium) aus dem Grundwasser hinzukommen.
    • Wird jedoch durch den Torfbufferungseffekt begrenzt.

3. Niedermoore (Eutrophe Moore)

Charakteristik:

  • Entstehen durch regelmäßige Überschwemmung mit nährstoffreichem Grundwasser (meist Kalkgrundwasser).
  • Stark nährstoffversorgt, oft stark bewachsen mit Gräsern und Büschen.
  • Flaches Gelände, hohes Grundwasser.

pH-Wert:

  • Neutral bis leicht alkalisch6,5 bis 8,0
    • Häufiger Bereich: 7,0–7,8.
    • Der hohe pH-Wert resultiert aus dem Kalkgrundwasser (Karbonat), das die Säure neutralisiert.

Leitfähigkeit:

  • Hoch500 bis über 2.000 µS/cm
    • Kann lokal mehr als 2.000 µS/cm betragen, besonders bei stark mineralisiertem Grundwasser.
    • Die hohe Leitfähigkeit ist auf den hohen Gehalt an gelösten Salzen (Calcium, Nitrat, Sulfat, Chlorid) zurückzuführen.

Zusammenfassung

Moor-Typ pH-Wert Leitfähigkeit (µS/cm)
Hochmoor 3,0 – 5,0 (sehr sauer) 20 – 100 (sehr niedrig)
Zwischenmoor 5,0 – 6,5 (mäßig sauer) 100 – 500 (mittel)
Niedermoor 6,5 – 8,0 (neutral–alk.) 500 – >2.000 (hoch)

Warum die Unterschiede?

  • Hochmoore: Nur Regenwasser →arm an mineralischen Ionen →saure Bedingungen.
  • Niedermoore: Grundwasser mit Kalk und Nährstoffen →höhere Ionenkonzentration →höhere Leitfähigkeit und pH-Wert.
  • Zwischenmoore: Mischung aus beiden, daher intermediäre Werte.

Diese Werte dienen als typische Richtwerte. Lokale Gegebenheiten (z. B. Bodenart, Wassermenge, Vegetation) können die Messwerte leicht variieren lassen. Die Angaben basieren auf standardisierten Messungen in europäischen Moorlandschaften und sind allgemein anerkannt in der Hydrobiologie und Moorkunde.

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