Nein, das ist nicht zwingend notwendig, aber es ist oft der höflichere und sicherere Weg. Die Wahl hängt von einigen Faktoren ab, die ich Ihnen gerne erläutere.
Es gibt keine feste Regel, die Sie hier bindet. Im Geschäftsverkehr ist es jedoch üblich, den Ton und die Formalität der Kommunikation beizubehalten oder anzupassen.
Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen können:
1. Argumente für die Verwendung des Titels in der Anrede:
- Respekt: Wenn die Person ihren akademischen Titel in der E-Mail-Signatur führt, möchte sie möglicherweise auch darauf angesprochen werden. Die Verwendung des Titels (z. B. “Sehr geehrte Frau Dr. Schmidt,”) ist eine Form der Anerkennung und des Respekts für die akademische Leistung.
- Sicherheit: Mit dem Titel liegen Sie immer auf der sicheren Seite und vermeiden ein mögliches Missfallen der адресатin.
- Konsistenz: Wenn die Person den Titel in der Unterschrift nicht führt, aber Sie ihn kennen, kann es als Zeichen von Wertschätzung gesehen werden, ihn dennoch zu verwenden.
2. Argumente für die Verzicht auf den Titel in der Anrede:
- Kommunikationsebene: Wenn der Sie bereits persönlicher oder auf Augenhöhe kommunizieren (z. B. per Du), kann der Titel in der Anrede zu förmlich wirken.
- Klarheit: Wenn die E-Mail eine schnelle, unpersönliche oder interne Absprache betrifft, kann auf den Titel verzichtet werden, um den Kommunikationsfluss nicht zu verzögern.
- Expliziter Verzicht: Manche Experten empfehlen, in modernen, agilen Arbeitsumfeldern auf Titel zu verzichten, um eine flachere Hierarchie zu fördern. Wie die Person persönlich eingestellt ist, können Sie aber meist nur einschätzen.
Empfehlung in der Praxis:
Als Faustregel gilt: Verwenden Sie den Titel, es sei denn, Sie haben einen triftigen Grund, darauf zu verzichten.
- Bei erster Kontaktaufnahme oder formeller Korrespondenz: Nutzen Sie den Titel immer (“Sehr geehrte Herr Dr. Müller,”). Das ist eine sichere und respektvolle Wahl.
- Bei bereits etablierter, lockerer Kommunikation: Wenn die Person in früheren E-Mails bereits auf den Titel in der Anrede verzichtet hat oder eine persönliche Anrede wie “Liebe Frau Schmidt” verwendet wurde, können Sie sich diesem Stil anpassen.
- Was, wenn die Person in der E-Mail nur mit Vornamen unterschreibt? Auch dann ist der Titel in der Anrede in den meisten beruflichen Kontexten noch angemessen. Die Unterschrift sagt nicht unbedingt aus, wie die Anrede sein soll, sondern dient der Identifikation.
Fazit:
Die sicherste und höflichste Methode ist, den Titel in der Anrede zu verwenden (“Sehr geehrte Frau Dr. Mustermann,”), es sei denn, Sie sind sich absolut sicher, dass in diesem speziellen Fall eine informellere Ansprache erwünscht ist oder der Kontakt so vertraut ist, dass der Titel unnötig wirkt.