Wann die 112 oder 116117 wählen? So entscheiden Sie richtig im Notfall

Einleitung: Die richtige Nummer im Notfall saves lives

In Deutschland stehen zwei zentrale Notrufnummern zur Verfügung:

  • 112 → Allgemeine Notrufnummer für lebensbedrohliche Situationen.
  • 116117 → Ärztlicher Notdienst für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden.

Doch wann genau soll man welche Nummer wählen? Dieser Ratgeber hilft Ihnen bei der Entscheidung – mit klaren Kriterien, Fallbeispielen und praktischen Tipps.


1. Wann Sie die 112 alarmieren sollten

Die 112 ist Deutschlandweit die Nummer für lebensbedrohliche Notfälle. Sie erreichen sofort Notarzt, Feuerwehr und Rettungskräfte.

Typische Situationen für die 112

Situation Warum die 112?
Herzstillstand (keine Atmung, kein Puls) Sofortige Reanimation und Defibrillation sind lebensrettend.
Atmungsstörungen (Asthma-Anfall, Erstickungsgefahr) Schnelle Atemwegssicherung und Sauerstoffzufuhr sind notwendig.
Schwere Unfälle (Verkehrsunfall, Sturz aus großer Höhe, massive Blutungen) Notarzt und Rettungswagen müssen sofort vor Ort sein.
Unbewusstheit ohne Reaktion (nach Synkope, Drogenkonsum) Feststellung von Vitalzeichen und sofortige Behandlung.
Akute Vergiftung (Verdacht auf lebensbedrohliche Substanz) Notarzt und Giftinformationszentrum müssen schnell informiert werden.
Feuer/Einsturz/Naturkatastrophen Koordination von Rettungsdiensten und Feuerwehr ist notwendig.
Plötzliche Schmerzen (Brustschmerz, akuter Rücken- oder Bauchschmerz bei Verdacht auf Herzinfarkt/Schlaganfall) Notarzt kann sofortige Diagnostik durchführen.

Zusammenfassung:
Wahl Sie die 112, wenn

  • Ein Leben gefährdet ist.
  • Sofortige ärztliche Maßnahmen vor Ort notwendig sind (z. B. Reanimation, Sauerstoffzufuhr).
  • Keine Zeit für eine ärztliche Beratung bleibt.

2. Wann Sie den ärztlichen Notdienst 116117 wählen sollten

Der ärztliche Notdienst 116117 ist kein Ersatz für die 112, sondern dient für nicht lebensbedrohliche, aber dringende gesundheitliche Probleme.

Typische Situationen für die 116117

Situation Warum die 116117?
Starke Schmerzen (Kopfschmerzen, Arthritis, Menstruationsbeschwerden) Arzt kann Medikamente verschreiben oder diagnostizieren ohne Rettungswagen.
Mäßige Verletzungen (Verstauchungen, kleine Platzwunden, Prellungen) Versorgung durch Arzt, Röntgen oder Termin im Krankenhaus.
Akute Krankheiten (Gastroenteritis, Fieber ohne Bewusstseinsstörung) Ambulante Therapie oder Hausbesuch organisieren.
Medikamenten-/Impfberatung Dosierungsfragen oder Impftermine klären.
Nach Schlaganfall-Vorbild (leichte Sprachschwierigkeiten, die wieder verschwanden) Ambulante Abklärung veranlassen.
Chronische Erkrankungen (Diabetes mit Blutzuckerspitze, Asthma unter Kontrolle) Medikationsanpassung ohne Rettungsdienst.

Wichtiger Hinweis:
Auch bei der 116117 gilt: Bei Unsicherheit immer die 112 wählen! Es ist besser, sich zu sicher sein, als ein Risiko einzugehen.


3. Praktische Entscheidungshilfe: 112 oder 116117?

Frage Antwort → Rufen Sie …
Ist die Situation lebensbedrohlich? (keine Atmung, kein Puls, schwerer Unfall, massive Blutung, akuter Brustschmerz mit Herzinfarktsuspicion) 112
Braucht es sofortige medizinische Maßnahmen vor Ort? (Reanimation, Notfallmedikamente, Sauerstoff) 112
Ist die Situation ernst, aber nicht lebensbedrohlich? (starke Schmerzen, kleine Verletzungen, akute Krankheit ohne Bewusstseinstörung) 116117
Chronische Erkrankung mit akuter Verschlechterung, aber keine Notlage? (z. B. Diabetes, Asthma unter Kontrolle) 116117
Sie sind unsicher? Besser die 112 wählen

4. Was Sie beim Telefonieren beachten sollten

Bei der 112:

  1. Ruhig und klar bleiben.
  2. Ort genau angeben (Straße, Hausnummer, Stockwerk, Raum).
  3. Hauptproblem kurz schildern (z. B. „Mann, 45 Jahre, kein Puls, keine Atmung“).
  4. Nicht auflegen, bis der Disponent alle Informationen hat.

Bei der 116117:

  1. Vollständigen Namen und Adresse angeben (für mögliche Hausbesuche).
  2. Telefonnummer hinterlassen.
  3. Genau beschreiben: Art der Beschwerden, Dauer, bereits ergriffene Maßnahmen.
  4. Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien nennen (falls bekannt).

Tipp: Sie können die 116117 auch online über www.116117.de kontaktieren.


5. Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • ❌ Zu zögerlich bei der 112: Bei lebensbedrohlichen Notfällen zählt jede Sekunde.
  • ❌ Zu schnell bei der 116117: Nicht jede Schmerzlage ist ein Herzinfarkt – aber bei Verdacht immer die 112.
  • ❌ Unklare Schilderung: Konkrete Informationen (z. B. „ seit 30 Minuten starke Brustschmerzen“) helfen den Notdiensten.

6. Ergebnis: Lebensrettend entscheiden

Notfalltyp Richtige Nummer Warum?
Herzstillstand 112 Sofortige Reanimation nötig
Starker Kopfschmerz 116117 Nicht lebensbedrohlich, Arzt kann helfen
Verkehrsunfall mit Bewusstsein 112 Schwerverletzung, Rettung nötig
Leichte Verletzung am Finger 116117 Kann ambulant versorgt werden

Merke:

  • 112 = Leben retten.
  • 116117 = Ärztliche Versorgung bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Problemen.
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