Der Markt für digitale Lernangebote wächst rasant. Immer mehr Trainer, Unternehmen und Bildungseinrichtungen möchten eLearning-Module erstellen und kommerziell anbieten. Die gute Nachricht: Dafür gibt es leistungsfähige kostenlose und Open-Source-Software, mit der sich professionelle Lernplattformen realisieren lassen – oft ohne Lizenzkosten.
In diesem Beitrag findest du einen geprüften, aktuellen Überblick über geeignete Tools, Plattformen und Marktplätze – inklusive Empfehlungen, welche Lösung sich für welchen Einsatzzweck am besten eignet.
1. Lernplattformen (LMS) – die Basis für Online-Kurse
Ein Learning Management System (LMS) dient zur Verwaltung, Auslieferung und Auswertung von Online-Kursen.
Moodle
🔗 https://moodle.org
Moodle ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Open-Source-LMS.
Funktionen:
- Kursverwaltung, Tests, Foren, Zertifikate
- SCORM- & H5P-Unterstützung
- Benutzer- und Rollenmanagement
Kommerzielle Nutzung:
Ja. Kurse können über Erweiterungen oder externe Shops (z. B. WooCommerce-Anbindung) verkauft werden.
Empfehlung:
Ideal für Bildungsträger, Unternehmen und alle, die maximale Kontrolle über Inhalte und Daten wünschen.
Chamilo
🔗 https://chamilo.org
Chamilo ist ein schlankes, benutzerfreundliches LMS mit Fokus auf einfache Bedienung.
Funktionen:
- Kurse, Tests, Zertifikate
- SCORM-Unterstützung
- Geringere technische Einstiegshürde als Moodle
Kommerzielle Nutzung:
Ja, mit Zusatzlösungen für Bezahlung.
Empfehlung:
Gut geeignet für kleinere Projekte oder Einsteiger mit begrenzten IT-Ressourcen.
Open edX
🔗 https://open.edx.org
Open edX ist eine sehr leistungsfähige Lernplattform, bekannt aus dem Hochschulbereich.
Funktionen:
- Videokurse, Diskussionen, Prüfungen
- Zertifikate, Analytics
- Hohe Skalierbarkeit
Kommerzielle Nutzung:
Ja, aber technisch anspruchsvoll.
Empfehlung:
Für professionelle Anbieter mit vielen Nutzern oder langfristigem Plattformbetrieb.
2. Autorenwerkzeuge für eLearning-Inhalte
Diese Tools helfen bei der Erstellung interaktiver Lernmodule, unabhängig vom LMS.
H5P
🔗 https://h5p.org
H5P ermöglicht interaktive Inhalte wie Quizze, Videos oder Präsentationen.
Integration:
- Moodle
- WordPress
- Drupal
Kommerzielle Nutzung:
Ja (bei Self-Hosting vollständig kostenlos).
Empfehlung:
Sehr empfehlenswert für moderne, interaktive Lernformate.
eXeLearning
🔗 https://exelearning.org
Ein einfaches Tool zur Erstellung von SCORM- oder HTML-Lernmodulen.
Funktionen:
- Text, Medien, einfache Tests
- Export für Moodle oder Web
Empfehlung:
Gut für klassische Lerninhalte ohne hohe Interaktivität.
Adapt Learning
🔗 https://www.adaptlearning.org
Framework für responsive eLearning-Inhalte (mobiloptimiert).
Empfehlung:
Für Agenturen oder Entwickler mit technischem Hintergrund.
3. Websites & Lernplattformen mit Verkaufsmöglichkeit
Wer Kurse direkt verkaufen möchte, benötigt Zahlungs- und Nutzerverwaltung.
WordPress
🔗 https://wordpress.org
WordPress lässt sich mit LMS-Plugins erweitern.
Geeignete Plugins:
- LifterLMS – kostenlose Basisversion
- Tutor LMS – kostenlose Basisversion
(LearnDash ist sehr leistungsfähig, aber kostenpflichtig.)
Empfehlung:
Der einfachste Einstieg, wenn Kurse verkauft werden sollen.
Drupal + Opigno
🔗 https://www.drupal.org
🔗 https://www.opigno.org
Empfehlung:
Für komplexe, individuelle Plattformen mit Entwicklerunterstützung.
4. Plattformen, auf denen man Lernmodule direkt verkaufen kann
Wer kein eigenes Hosting möchte, nutzt Marktplätze oder SaaS-Lösungen.
Udemy
Vorteile: große Reichweite
Nachteile: hohe Provision, wenig Kontrolle
Teachable
Thinkific
Beide sind kostenpflichtig, aber sehr nutzerfreundlich.
Kajabi
All-in-One-Lösung inkl. Marketing – jedoch hochpreisig.
5. Eigene Empfehlungen (praxisnah)
Beste kostenlose Kombinationen:
- Moodle + H5P → maximale Lernfunktionen
- WordPress + LifterLMS + WooCommerce → ideal für Verkauf
- eXeLearning + Moodle → klassische Lernmodule
Schneller Start ohne Technik:
- Udemy (Reichweite)
- Teachable (Branding & Kontrolle)
Fazit
Ja – es ist problemlos möglich, eLearning-Module mit kostenloser Software zu erstellen und kommerziell anzubieten. Open-Source-Lösungen wie Moodle, H5P oder WordPress bieten enorme Flexibilität. Die richtige Wahl hängt davon ab, ob du volle Kontrolle, schnellen Marktzugang oder minimale Technik bevorzugst.
| Ziel / Anforderung | Empfohlene Lösung | Warum geeignet? | Typische Nutzer |
|---|---|---|---|
| Kostenlos starten & volle Kontrolle | Moodle + H5P | Open Source, keine Lizenzkosten, sehr flexibel, kommerziell nutzbar | Trainer, Bildungsträger, Unternehmen |
| eLearning-Module verkaufen (eigene Website) | WordPress + LifterLMS + WooCommerce | Einfacher Einstieg, gute Verkaufsfunktionen, skalierbar | Coaches, Einzelunternehmer |
| Einfach & wenig Technik | Chamilo | Benutzerfreundlicher als Moodle, schneller eingerichtet | Kleine Akademien, KMU |
| Professionelle Lernplattform (große Reichweite) | Open edX | Sehr leistungsfähig, hohe Skalierbarkeit, professioneller Standard | Hochschulen, große Anbieter |
| Schnell verkaufen ohne eigene Technik | Udemy | Kein Hosting nötig, sofortige Reichweite | Einsteiger, Content Creator |
| Eigene Kursmarke ohne Programmierung | Teachable / Thinkific | All-in-One-Lösungen, einfaches Branding | Coaches, Berater |
| Marketing + Kurse aus einer Hand | Kajabi | Kurse, E-Mail-Marketing, Sales-Funnels integriert | Online-Unternehmer |
| SCORM-Module erstellen (klassisch) | eXeLearning + Moodle | Sehr gut für strukturierte Lernmodule | Schulen, Behörden |
| Mobile-first & modernes eLearning | Adapt Learning | Responsive Inhalte, modernes UX | Agenturen, Entwickler |
| Individuelle Enterprise-Lösung | Drupal + Opigno | Hochgradig anpassbar, enterprise-tauglich | Große Organisationen |