Wenn du aus dem Bankgewerbe ausscheidest und zu einem Arbeitgeber wechselst, der keine betriebliche Altersversorgung (bAV/BVV) anbietet, hast du mehrere Optionen für deine bestehende BVV. Hier sind die wichtigsten Schritte und Möglichkeiten:
1. Status deiner BVV prüfen
Zuerst solltest du klären:
- Handelt es sich um eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds? (Im Bankgewerbe sind oft Pensionskassen wie die BVV Versorgungsgesellschaft AG oder Direktversicherungen verbreitet.)
- Wurde die BVV über Gehaltsumwandlung oder Arbeitgeberzuschüsse finanziert?
- Ist der Vertrag bereits „unverfallbar“? (Nach 3 Jahren Betriebszugehörigkeit oder bei Ausscheiden nach dem 25. Lebensjahr.)
2. Möglichkeiten für deine BVV beim Arbeitgeberwechsel
a) Weiterführung als private Rentenversicherung (Beitragsfreistellung)
- Was passiert?
- Der Vertrag bleibt bestehen, aber du zahlst keine weiteren Beiträge ein.
- Die bereits angesparten Beiträge werden weiter verzinst (je nach Vertrag).
- Bei Rentenbeginn erhältst du eine lebenslange Rente oder eine Kapitalauszahlung (falls vereinbart).
- Vorteile: ✔ Kein Verlust der Ansprüche. ✔ Keine weiteren Kosten (außer Verwaltungskosten). ✔ Steuerliche Vorteile bleiben erhalten (Auszahlung wird später versteuert).
- Nachteile: ❌ Keine weiteren Einzahlungen möglich. ❌ Geringere Rendite als bei aktiver Einzahlung.
b) Übertragung zu einem neuen Arbeitgeber (falls möglich)
- Falls dein neuer Arbeitgeber eine bAV anbietet, kannst du prüfen, ob eine Übertragung möglich ist.
- Voraussetzung:
- Der neue Arbeitgeber muss denselben Durchführungsweg (z. B. Pensionskasse) anbieten.
- Nicht alle Anbieter erlauben eine Übertragung.
c) Kapitalisierung (Auszahlung des aktuellen Wertes)
- Was passiert?
- Du lässt dir den Rückkaufswert auszahlen (meist deutlich niedriger als die spätere Rente!).
- Die Auszahlung wird steuerpflichtig (als „sonstige Einkünfte“).
- Vorteile: ✔ Sofortige Liquidität.
- Nachteile: ❌ Hohe Steuerlast (bis zu 50 % können verloren gehen!). ❌ Verlust der Rentenansprüche (nicht empfehlenswert!).
d) Umwandlung in eine private Rentenversicherung (mit eigenen Beiträgen)
- Falls du weiter einzahlen möchtest, kannst du den Vertrag in eine private Rentenversicherung umwandeln.
- Vorteile: ✔ Du kannst weiter sparen (z. B. als Rürup-Rente). ✔ Steuerliche Vorteile bleiben erhalten.
- Nachteile: ❌ Höhere Kosten als bei ETFs.
3. Was ist die beste Lösung?
| Option | Empfehlung |
|---|---|
| Beitragsfreistellung | ✅ Beste Wahl, wenn du keine weiteren Einzahlungen leisten willst. |
| Übertragung zum neuen Arbeitgeber | ✅ Falls möglich, optimal. |
| Kapitalisierung (Auszahlung) | ❌ Nicht empfehlenswert (Steuern + Verlust der Rente). |
| Umwandlung in private Rente | ⚠️ Nur sinnvoll, wenn du weiter sparen willst. |
4. Steuerliche Auswirkungen
- Bei Beitragsfreistellung:
- Keine Steuerlast, aber spätere Rente wird voll versteuert.
- Bei Auszahlung:
- Sofortige Besteuerung (kann teuer werden!).
- Bei Umwandlung in private Rente:
- Beiträge können steuerlich abgesetzt werden (wie Rürup).
5. Praktische Schritte
- Kontakt mit deinem BVV-Anbieter aufnehmen (z. B. BVV Versorgungsgesellschaft AG).
- Vertragsunterlagen prüfen (unverfallbare Ansprüche?).
- Neuen Arbeitgeber fragen, ob eine Übernahme möglich ist.
- Steuerberater oder Finanzberater konsultieren, falls unsicher.
Fazit:
- Am besten: Beitragsfreistellung (Vertrag ruhen lassen).
- Falls möglich: Übertragung zum neuen Arbeitgeber.
- Nicht empfehlenswert: Auszahlung (Steuern + Rentenverlust).
- Alternative: Umwandlung in private Rente, falls du weiter sparen willst.
Falls du noch Fragen hast, helfe ich gerne weiter! 😊