Eine CT-Untersuchung (von englisch Computed Tomography, deutsch „Computertomographie“) ist ein medizinisches Diagnostikverfahren, das detaillierte Querschnittsbilder des Körpers erstellt. Dabei werden Röntgenstrahlen verwendet und durch einen Computer verarbeitet, um dreidimensionale Darstellung von inneren Strukturen zu ermöglichen.
Wie funktioniert eine CT-Untersuchung?
- Grundprinzip:
Der Patient liegt auf einer Liege, die in das Innere eines ringförmigen Geräts (CT-Gerät) fährt. Während der Untersuchung dreht sich eine Röntgenröhre um den Körper und nimmt von verschiedenen Winkeln Röntgenaufnahmen. - Computerverarbeitung:
Die vielen einzelnen Röntgenaufnahmen werden von einem Computer zusammengefügt. Daraus ergeben sich viele dünne Schichten (Slices) durch den Körper – ähnlich wie bei einem Sandwich, das in dünne Scheiben geschnitten wird. - Kontrastmittel:
In vielen Fällen wird Kontrastmittel (meist eine Jod-Lösung) intravenös verabreicht. Es hebt bestimmte Strukturen wie Blutgefäße, Tumore oder Entzündungen im Bild hervor. - 3D-Rekonstruktion:
Moderne CT-Geräte können aus den Schichten auch dreidimensionale Bilder erzeugen, die von allen Seiten betrachtet werden können.
Wo wird eine CT-Untersuchung eingesetzt?
CT ist ein sehr vielseitiges Verfahren und wird in fast allen medizinischen Fachbereichen genutzt:
- Unfallchirurgie: Nach Unfällen, um Frakturen, innere Blutungen oder Organverletzungen schnell nachzuweisen.
- Onkologie: Zur Diagnose und Kontrolle von Tumoren (z. B. Lungenkrebs, Prostatakrebs).
- Neurologie: Bei Verdacht auf Schlaganfall, Tumore im Gehirn oder Schädelbasisfrakturen.
- Inneren Medizin: Zur Abklärung von Bauchschmerzen, Darmproblemen oder Lungenerkrankungen.
- Planning von Eingriffen: CT-Bilder helfen bei der Planung von Operationen oder minimalinvasiven Verfahren wie der Prostatasteilembolisation (PAE).
Vorteile der CT-Untersuchung
- Schnelle Durchführung: Eine CT-Untersuchung des Abdomens oder Beckens dauert oft nur 10–20 Minuten.
- Hohe Bildqualität: Selbst kleine Strukturen wie Lymphknoten oder kleine Kalkablagerungen sind gut zu erkennen.
- Gute Verträglichkeit: Die meisten Patienten verspüren während der Untersuchung keine Schmerzen.
Nachteile und Risiken
- Strahlenbelastung:
- CT verwendet ionisierende Strahlung (Röntgenstrahlen), die das Erbgut der Zellen schädigen kann.
- Die Strahlenbelastung hängt vom untersuchten Körperbereich ab:
- Kopf CT: ca. 2–4 mSv
- Bauch/CT-Becken: ca. 8–10 mSv
- Lunge: ca. 5–7 mSv
- Zum Vergleich: Die jährliche natürliche Hintergrundstrahlung beträgt ca. 3 mSv. Wiederholte Untersuchungen sollten vermieden werden, insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen.
- Kontrastmittelrisiken:
- Allergische Reaktionen (selten, aber möglich).
- Nierenschäden bei vor bestehenden Nierenproblemen oder bei zu hoher Dosierung.
- Begrenzte Einsatzmöglichkeiten:
- Bei Schwangeren wird eine CT nur durchgeführt, wenn der Nutzen die Risiken deutlich überwiegt.
- Für Weichteildarstellungen (z. B. Muskeln, Bänder) ist oft die MRI (Magnetresonanztomographie) die bessere Wahl, da sie keine Strahlung verwendet.
Vorbereitung auf eine CT-Untersuchung
- Keine Nahrung: Bei Untersuchungen des Oberbauchs oder Beckens wird oft angeordnet, 12 Stunden vorher nichts zu essen oder trinken.
- Metallfreie Kleidung: Schmuck, Uhren oder Metallgegenstände müssen abgelegt werden, da sie das Bild stören.
- Informationen zum Kontrastmittel: Bei bekanntem Jodallergie oder Nierenerkrankung muss der Arzt informiert werden.
Was passiert nach der Untersuchung?
Die aufgenommenen Bilder werden vom Radiologen ausgewertet und dem behandelnden Arzt zur Verfügung gestellt. Die Auswertung kann einige Stunden bis wenige Tage dauern, je nach Einrichtung.
Fazit
Eine CT-Untersuchung ist ein leistungsstarkes Diagnosewerkzeug, das schnelle und detaillierte Einblicke in innere Körperstrukturen ermöglicht. Die Strahlenbelastung ist zwar vorhanden, aber in den meisten Fällen gerechtfertigt, da der diagnostische Nutzen die Risiken überwiegt. Bei Fragen zur Notwendigkeit einer CT oder zu möglichen Alternativen (z. B. MRI oder Ultraschall) sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden.
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