Beide Pick-ups sind Humbucker und werden gerne in Elektro-Gitarren verwendet, weisen jedoch deutliche Unterschiede in Klang, Bauweise und Anwendungsbereichen auf. Hier eine detaillierte Gegenüberstellung:
1. DiMarzio Super Distortion
- Hersteller: DiMarzio (US-amerikanischer Drittanbieter, liefert Pick-ups für zahlreiche Gitarrenmarken).
- Bauform: Standard-Humbucker-Größe, passt in die meisten Gibson-ES-335- oder Les-Paul-förmigen Pick-up-Rohlinge.
- Magnetmaterial: Keramik-Magnete (künstliche Magnete mit hoher Koerzitivität).
- Wicklung: Sehr dicker Draht, hohe Wicklungszahl → hoher Output.
- Klangcharakteristik:
- Aggressiv, scharf und durchdringend: Starke Betonung der Mitten- und Hochtonbereich, wenig Bass.
- Sehr geeignet für harte Rock-, Metal-, Punk- oder Funk-Sounds (z. B. bei den Gitarren von Kirk Franklin, Eric Clapton in späteren Jahren).
- Ausgesprochen laut und dynamisch, ideal für hohe Verstärkung mit Distortion/Overdrive.
- Hat einen leicht „kristallinen“ Klang, der scharfeleadige Attacke liefert.
- Verwendung: Wird häufig als Bridge-Pick-up eingesetzt, um den Sound zu steigern.
- Vorteile: Hoher Output, sehr robust gegen Rückkopplung, gut für moderne, lautstarke Spielweisen.
- Nachteile: Kann bei Puristen als zu „künstlich“ oder „kalt“ wirken; wenig Warmton.
2. Gibson Dirty Fingers
- Hersteller: Gibson (selbstgefertigt für Gibsons eigene Gitarren).
- Bauform: Speziell für Gibson-Gitarren entwickelt (z. B. Les Paul Classic +, ES-335), passt in Original-Gibson-Pick-up-Rohlinge.
- Magnetmaterial: Alnico-Magnete (natürliche Magnete aus Aluminium, Nickel und Kobalt).
- Wicklung: Dünnerer Draht, niedrigere Wicklungszahl → ausgewogener bis etwas niedrigerer Output als der Super Distortion.
- Klangcharakteristik:
- Warm, mittelgewichtig und vintage-inspiriert: Starke Betonung der Mitten mit sanften Bässen und weichen Hochton, die nicht schneidend wirken.
- Idealer für Blues, Rock’n’Roll, Soul und Classic-Rock (z. B. bei Gitarristen wie Dan Auerbach von The Black Keys).
- Natürlicher Dynamikverlauf, gute Ausgewogenheit zwischen Angriff und Sustain.
- Der Name „Dirty Fingers“ verweist auf einen leichten, aber authentischen Rausch, der durch die Alnico-Magnete entsteht.
- Verwendung: Wird häufig als Hals- oder Bridge-Pick-up in Vintage-Gitarren eingesetzt, um einen zeitlosen, organischen Klang zu erzeugen.
- Vorteile: Warmes, ausgewogenes Spektrum; hervorragende Interaktion mit Vibrato-Systemen; hervorragend für cleanen bis leicht überdrivenden Spielstil.
- Nachteile: Geringerer Output als der Super Distortion; требует eine etwas höhere Verstärkung bei sehr lauten Einstellungen.
Direkter Vergleich der wichtigsten Aspekte
| Merkmal | DiMarzio Super Distortion | Gibson Dirty Fingers |
|---|---|---|
| Magnetmaterial | Keramik (harter, stabiler Klang) | Alnico (wärmer, dynamischer Klang) |
| Output | Hoch (gut für Lautstärke/Distortion) | Mittel bis hoch (etwas leiser) |
| Klangcharakter | Scharf, aggressiv, mittentonreich | Warm, ausgewogen, vintage-mäßig |
| Anwendungsbereich | Metal, Hard Rock, Funk, moderner Rock | Blues, Classic Rock, Soul, Vintage |
| Bauform | Standard-Humbucker ( passt überall) | Speziell für Gibson-Gitarren |
| Zielgruppe | Gitarristen mit Fokus auf laut-starke, moderne Klänge | Gitarristen mit Vintage- und organischen Klängen |
Zusammenfassung
- DiMarzio Super Distortion ist ein harter, moderner Humbucker mit Keramik-Magneten und hohem Output. Er liefert einen aggressiven, schnittigen Klang, der perfekt für Genres mit starkem Distorsions-Effekt ist.
- Gibson Dirty Fingers hingegen ist ein warmtoniger Vintage-Humbucker mit Alnico-Magneten. Er bietet einen ausgewogenen, organischen Klang, der ideal für Blues, Classic Rock und Vintage-beeinflusste Spielweisen ist.
Die Wahl zwischen den beiden hängt also hauptsächlich von Ihrem gewünschten Klangbild und Musikstil ab.