Die duale Ausbildung kombiniert theoretischen Unterricht in der Berufsschule mit praktischer Arbeit im Unternehmen. Die vier genannten Berufe sind Spezialrichtungen innerhalb der Fachinformatik und haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte. Nachfolgend finden Sie eine detaillierte Erklärung zu jedem Beruf.
Fachinformatiker/in – Anwendungsentwicklung
Aufgabenbereich
In diesem Beruf entwickeln Sie Anwendungssoftware –also Programme, die von Unternehmen oder privaten Nutzern genutzt werden (z. B. Buchhaltungssoftware, Customer-Relationship-Management-Systeme, mobile Apps).
Typische Tätigkeiten
- Erstellen von Softwareanwendungen gemäß den Anforderungen des Auftraggebers
- Programmieren in Sprachen wie Java, C#, Python oder JavaScript
- Testen und Fehlerbehebung (Debugging)
- Zusammenarbeit mit Kunden und anderen Abteilungen zur Umsetzung von Funktionen
- Dokumentieren der entwickelten Lösungen
Wünschenswerte Kenntnisse und Fähigkeiten
- Grundkenntnisse in Mathematik und Logik
- Interesse an Programmierung und Problemlösung
- Teamfähigkeit und strukturierte Arbeitsweise
- Gute Auffassungsgabe für technische Zusammenhänge
Karrierechancen
Nach der Ausbildung können Sie als Softwareentwickler, Anwendungsprogrammierer oder Projektmitglied weiterentwickeln. Mit Erfahrung und Weiterbildung sind Positionen wie Teamleiter Entwicklung, Architekt oder ** IT-Consultant** möglich.
Fachinformatiker/in – Daten- und Prozessanalyse
Aufgabenbereich
Hier liegt der Fokus auf der Analyse und Optimierung von Geschäftsprozessen sowie der Auswertung von Daten. Sie helfen Unternehmen, effizienter zu arbeiten und fundierte Entscheidungen auf Basis von Daten zu treffen.
Typische Tätigkeiten
- Analysieren von bestehenden Geschäftsprozessen und Identifizieren von Verbesserungsmöglichkeiten
- Erstellen von Datenmodellen und Datenbanken
- Auswerten von Daten (z. B. mit SQL, Excel, Power BI)
- Entwickeln von Konzepten zur Prozessautomatisierung
- Beraten von Kollegen und Führungskräften zu datenbasierten Entscheidungen
Wünschenswerte Kenntnisse und Fähigkeiten
- Interesse an Statistik und Datenverarbeitung
- Strukturdenken und analytische Fähigkeiten
- Gute Kommunikationsfähigkeit, um komplexe Sachverhalte zu erklären
- Grundkenntnisse in Datenbanken und Analysewerkzeugen
Karrierechancen
Sie können sich zu Datenanalyst, Prozessberater, Business-Intelligence-Experte oder Datenwissenschaftler weiterbilden. Langfristig sind Führungspositionen in der Prozessoptimierung oder Datenmanagement möglich.
Fachinformatiker/in – Digitale Vernetzung
Aufgabenbereich
Dieser Beruf beschäftigt sich mit der Vernetzung von Geräten, Systemen und Anwendungen über verschiedene Plattformen und Technologien. Sie stellen sicher, dass Software, Hardware und Dienste nahtlos zusammenarbeiten.
Typische Tätigkeiten
- Konfigurieren und warten von Software-Architekturen (z. B. Microservices, Cloud-Lösungen)
- Einrichten von Schnittstellen zwischen verschiedenen Systemen (APIs, Web-Dienste)
- Umgesetzt von IT-Sicherheitsmaßnahmen für vernetzte Umgebungen
- Unterstützen bei der Entwicklung von IoT-Lösungen (Internet der Dinge)
- Dokumentieren von Schnittstellen und Integrationsprozessen
Wünschenswerte Kenntnisse und Fähigkeiten
- Interesse an Netzwerktechnologien und ** Cloud-Computing**
- Verständnis für Sicherheit in vernetzten Systemen
- Gute technische Auffassungsgabe und Feinfühligkeit für Interoperabilität
- Bereitschaft, sich ständig ändernde Technologien zu erlernen
Karrierechancen
Mögliche Weiterentwicklungen sind Systemarchitekt, Cloud-Consultant, IT-Sicherheitsspezialist oder Integrationsmanager. Mit Erfahrung öffnen sich Führungspositionen im IT-Infrastruktur-Bereich.
Fachinformatiker/in – Systemintegration
Aufgabenbereich
In diesem Beruf integrieren Sie verschiedene IT-Systeme zu einer funktionierenden Einheit. Sie sorgen dafür, dass Hardware, Software und Netzwerke im Unternehmen reibungslos zusammenarbeiten.
Typische Tätigkeiten
- Installieren, konfigurieren und warten von Servern, Netzwerken und Endgeräten
- Einrichten von Virtuellen Umgebungen und Cloud-Systemen
- Implementieren von Softwarepaketen und stellen deren Kompatibilität sicher
- Durchführen von Betriebs- und Wartungsarbeiten
- Dokumentieren von Systemkonfigurationen und Abläufen
Wünschenswerte Kenntnisse und Fähigkeiten
- Praktisches Verständnis für IT-Infrastrukturen
- Gute Kenntnisse in Betriebssystemen (Windows, Linux)
- Technisches Geschick im Umgang mit Hardwarekomponenten
- Problemlösungsorientierung und Ausdauer bei Fehlersuche
Karrierechancen
Nach der Ausbildung können Sie als Systemadministrator, Netzwerktechniker oder Support-Spezialist arbeiten. Langfristig sind Positionen wie IT-Infrastruktur-Manager, Systemarchitekt oder IT-Service-Leiter möglich.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
| Merkmal | Gemeinsam | Unterschiede |
|---|---|---|
| Ausbildungstyp | Duale Ausbildung (Berufsschule + Unternehmen) | Spezialisierung auf verschiedene Fachbereiche der IT |
| Dauer | 3 Jahre | – |
| Schulische Ausbildung | Berufsschulische Ausbildung im Fach Informatik | Verschiedene Schwerpunkte in der Berufsschule je nach Fachrichtung |
| Praktischer Einsatz | Zusammenarbeit mit Teams und Kunden | Unterschiedliche Einsatzgebiete: Software-Entwicklung, Analyse, Vernetzung, Systemtechnik |
Alle vier Berufe bieten eine solide Grundausbildung im IT-Bereich und öffnen Türen zu vielfältigen Karrierewegen. Die Wahl der Fachrichtung hängt von Ihren persönlichen Interessen ab – ob Sie lieber Software entwickeln, Daten analysieren, Systeme vernetzen oder Infrastrukturen betreiben möchten.