Die Einteilung der Klimazonen hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die geographische Breite, die Meeresströmungen, die Kontinentalität (Einfluss von Landmassen) und die Höhenlage. Hier ist eine detaillierte Erklärung, warum Nordskandinavien in der gemäßigten Zone liegt, während Grönland und die nördlichen Teile Russlands bereits zur subpolaren Zone gehören:
1. Geographische Breite und Sonnenstand
- Nordskandinavien (z. B. Nordnorwegen, Nordschweden, Nordfinnland) liegt etwa zwischen 60° und 70° nördlicher Breite.
- In dieser Region gibt es im Sommer noch ausreichend Sonnenlicht (Mitternachtssonne im Juni/Juli), während die Winter zwar kalt, aber nicht extrem lang sind.
- Die gemäßigte Zone erstreckt sich bis etwa 60°–65° N, wobei der Übergang zur subpolaren Zone fließend ist.
- Grönland und Nordsibirien (Russland) liegen deutlich weiter nördlich (ab ~70° N).
- Hier sind die Winter extrem lang und dunkel (Polarnacht), während die Sommer kurz und kühl sind.
- Die subpolare Zone beginnt etwa ab 60°–70° N und geht in die polare Zone über.
2. Einfluss des Golfstroms (Nordatlantikstrom)
- Nordskandinavien profitiert vom warmen Golfstrom, der milde Meeresluft aus dem Atlantik bringt.
- Dadurch sind die Winter in Küstenregionen wie Tromsø (Norwegen) oder Luleå (Schweden) relativ mild (oft nur leicht unter 0°C).
- Selbst im Winter bleibt das Meer eisfrei, was das Klima moderater macht.
- Grönland und Nordsibirien liegen abseits dieser warmen Meeresströmungen.
- Grönland wird vom kalten Ostgrönlandstrom beeinflusst, der eisige Polarluft bringt.
- Sibirien ist ein kontinentales Klima mit extrem kalten Wintern (bis -50°C), da keine warmen Meeresströmungen die Kälte abmildern.
3. Kontinentalität (Landmasse vs. Meer)
- Nordskandinavien ist zwar weit nördlich, aber durch die Nähe zum Atlantik und die zerklüftete Küste weniger extrem.
- Nordsibirien ist ein riesiges, flaches Landgebiet ohne wärmende Meeresströmungen – hier herrscht ein kontinentales subpolares Klima mit extremen Temperaturschwankungen.
- Grönland ist eine riesige Eiswüste mit polarem Klima, da es fast vollständig vom Eisschild bedeckt ist und kaum Sonnenwärme speichert.
4. Klima-Klassifikation nach Köppen-Geiger
- Gemäßigte Zone (C-Klima):
- Nordskandinavien fällt in die kühlgemäßigte Zone (Dfb/Dfc), mit kalten Wintern, aber noch deutlich wärmeren Sommern (Juli-Temperaturen oft über 10°C).
- Subpolare Zone (D-Klima, Übergang zu E-Klima):
- Grönland und Nordsibirien haben ein subpolares/Tundrenklima (ET) oder polares Klima (EF) mit Permafrost und sehr kurzen Sommern.
Zusammenfassung
| Region | Klimazone | Gründe |
|---|---|---|
| Nordskandinavien | Gemäßigt (kühl) | Golfstrom, Meeresnähe, weniger extreme Winter |
| Grönland | Subpolar/Polar | Keine warmen Meeresströmungen, Eisbedeckung |
| Nordsibirien | Subpolar/Kontinental | Kein Meereseinfluss, extreme Kälte im Winter |
Fazit: Nordskandinavien liegt dank des Golfstroms noch in der gemäßigten Zone, während Grönland und Nordsibirien aufgrund ihrer extremen nördlichen Lage und fehlender wärmender Strömungen bereits zur subpolaren/polaren Zone gehören.