Einschreiben mit Rückschein vs. Einschreiben via Übergabe – Was ist besser für Ihre Kündigung?

Kurzantwort:

Einschreiben mit Rückschein ist für Ihre Kündigung zu empfehlen, da es eine offiziell nachweisbare Zustellung bietet und im Streitfall als Beweismittel anerkannt wird. Die Variante „Einschreiben via Übergabe“ ist weniger sicher und teils unklar definiert. Hier der detaillierte Vergleich:


1. Was bedeutet das jeweils?

Einschreiben mit Rückschein Einschreiben via Übergabe
Offizieller Postdienst der Deutschen Post: Der Brief wird als „Einschreiben mit Rückschein“ versendet. Der Empfänger muss unterschreiben, wenn der Brief zugestellt wird. Sie erhalten einen Rückschein (auch „Zustellungsnachweis“ genannt), der die Zustellungsdaten (Datum, Uhrzeit, Unterschrift) belegt. Nicht standardisiert – oft synonym für „persönliche Übergabe mit Quittung“ verwendet: Sie übergeben den Brief persönlich (z. B. direkt an den Arbeitgeber oder am Empfangstresen).Der Empfänger unterschreibt vor Ort eine Quittung. Kein staatlich dokumentierter Nachweis, sondern nur eine handschriftliche Bestätigung.

2. Warum ist „Einschreiben mit Rückschein“ sicherer?

Vorteile des Einschreibens mit Rückschein:

  1. Nachweis der Zustellung
    Sie erhalten einen amtlichen Rückschein mit allen Zustelldaten. Dieser gilt vor Gericht als beweisstark – auch wenn der Empfänger die Unterschrift verweigert (z. B. weil er den Brief nicht öffnen will). Die Post geht davon aus, dass der Brief zugegangen ist, wenn er ordnungsgemäß zugestellt wurde.
  2. Unabhängigkeit vom Empfänger
    Selbst wenn Ihr Arbeitgeber abwesend ist oder die Annahme verweigert, wird der Brief bei Absendern hinterlegt oder zurückgesandt. Sie haben trotzdem einen Nachweis, dass der Brief rechtzeitig zugestellt wurde.
  3. Verlässlichkeit für Fristen
    Die Zustellfristen der Post sind bekannt (in Deutschland meist 1–3 Werktage innerhalb Deutschlands). Sie können sicher sein, dass der Brief bis zum 16.12.2024 beim Arbeitgeber ist, wenn Sie ihn frühestens am 13.12.2024 absenden.
  4. Akzeptanz vor Gericht
    Bei Streitigkeiten (z. B. wenn der Arbeitgeber behauptet, die Kündigung nicht erhalten zu haben) ist der Rückschein der Deutschen Post ein widerleglicher Beweis für den Zugang der Kündigung.

Nachteile des Einschreibens via Übergabe:

  1. Kein staatlicher Nachweis
    Eine handschriftliche Quittung des Arbeitgebers ist weniger gewichtig als ein amtlicher Rückschein. Sollte der Arbeitgeber später behaupten, den Brief nie erhalten zu haben, ist die Quittung leichter anzuzweifeln.
  2. Abhängigkeit vom Arbeitgeber
    Wenn Ihr Arbeitgeber nicht anwesend ist oder die Übergabe verweigert, haben Sie kein Mittel, dies nachzuweisen. Sie könnten auch unerwartet abgewiesen werden (z. B. weil Sie nicht im Büro sind).
  3. Keine zeitliche Absicherung
    Sie können nicht sicher sagen, ob die Übergabe rechtzeitig vor Ablauf der Frist erfolgte – insbesondere, wenn Sie den Brief persönlich übergeben müssen und es zu Verzögerungen kommt.

3. Was ist Empfehlung für Ihre Kündigung?

✅ Empfohlen: Einschreiben mit Rückschein

  • Warum? Sie haben unabhängig vom Arbeitgeber einen amtlichen Nachweis, dass Ihre Kündigung rechtzeitig zugegangen ist.
  • Wie machen?
    1. Schicken Sie den Kündigungsschreiben mit Briefmarke (oder per Online-Frankatur) als „Einschreiben mit Rückschein“ an die Arbeitsadresse Ihres Arbeitgebers.
    2. Fügen Sie eine Absenderadresse hinzu (damit die Post Rückfragen klären kann).
    3. Bewahren Sie den Rückschein auf – dieser ist Ihr wichtigstes Dokument.

❌ Nicht empfohlen: „Einschreiben via Übergabe“

  • Nur akzeptabel, wenn Sie sicher persönlich vor Ort sein können (z. B. am letzten Arbeitstag) und der Arbeitgeber uneingeschränkt kooperiert.
  • Aber: Selbst dann bleibt der Nachweis schwächer als beim Einschreiben mit Rückschein.

4. Alternative: E-Mail mit Lesebestätigung?

Falls Ihr Arbeitgeber E-Mail als offizielles Mittel akzeptiert, können Sie auch per E-Mail mit Lesebestätigung kündigen. Wichtig:

  • Anforderungen:
    • E-Mail muss von einer professionellen Adresse versendet werden (keine freemail-Adressen).
    • Lesebestätigung aktivieren (bei Outlook/Outlook.com/EWS meist unter „Lesebestätigung anfordern“).
    • Anlage als PDF mit vollständiger Anschrift, Datum und Unterschrift (oder scansignierter Unterschrift).
  • Vorteil: Sofortige Zustellung und Nachweis, dass der Brief gelesen wurde.

Achtung: Nicht alle Arbeitgeber akzeptieren E-Mails als formell gleichwertig mit schriftlichen Kündigungen. Erfragen Sie vorher, ob dies zulässig ist.


Fazit

Einschreiben mit Rückschein ist die sicherste und rechtlich anerkannte Methode, um Ihre Kündigung nachzuweisen. Es schützt Sie vor Streitigkeiten und garantiert, dass Sie die Frist einhalten – egal wie der Arbeitgeber reagiert. Nutzen Sie diese Variante und bewahren Sie den Rückschein sorgfältig auf. Viel Erfolg!

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