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Alt 15.02.2010, 13:29   #31
Benutzerbild von And-E
And-E
Xler

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Zitat von Engelchen  Beitrag anzeigen
>>> mit Erwerbseinkommen + aufstockendes ALG II = Einkünfte in Höhe von 919,00 EUR
>>> ohne Erwerbseinkommen, also nur ALG II = 638,00 EUR

Die 919 ergeben sich also aus 750 Netto + 169 Anspruch. Würde er nicht arbeiten gehen, würde er 638 Euro bekommen. Das heißt also, er verdient sich mit 20 Tagen Arbeit (Stundenanzahl hast Du keine gemacht) 281 Euro dazu. Sagen wir mal er arbeitet 20 Stunden in der Woche, also 4 am Tag und hat einen Stundenlohn von 12,50 Euro brutto (das wären ja 1000 Euro dann. Bzw. 9,375 netto die Stunde = 750 Euro netto). Dann würde er also umgerechnet nur noch für 3,50 Euro Stundenlohn schaffen gehen für den Mehrverdienst.
Ich denke sowas fördert eher die Schwarzarbeit als den Willen wieder richtig in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Wenn er schwarz nur 15 Stunden die Woche schafft, also 60 im Monat und das für einen Stundenlohn von 8 Euro bar auf die Hand, dann hätte er anstatt 281 gleich 480 Euro mehr. Bei weniger Arbeit. Ich will niemanden das Schwarzarbeiten nahelegen, aber wie es zur Schwarzarbeit kommt, dürfte nach so einer Rechnung klar sein

Zudem gebe ich tomte recht: Wenn der Bedarf niedriger ist als das Einkommen, wieso bekommt er dann überhaupt ALG2?
 
Alt 15.02.2010, 16:27   #32
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blueberry
Turbotippse

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Das ergibt sich daraus, dass jeder ALG II Empfänger was dazuverdienen darf, und wenn man von den 169 mal die 62 für die Arbeitsaufwendungen (Sprit und Klamotten) abzieht, dann finde ich das auch absolut in Ordnung. Wo bleibt denn sonst der Anreiz Arbeiten zu gehen, wenn zwischen Hartz und Arbeitseinkommen gerade mal 112 Euro liegen?
 
Alt 15.02.2010, 19:39   #33
Benutzerbild von Engelchen
Engelchen
Löwenzahntiger

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


@And-E - der Gedankengang ist aber genau der Falsche finde ich. Erstens arbeitet der Herr aus dem Beispiel Vollzeit - also gehen wir von 40 Std. die Woche aus (sry, das hatte ich vergessen zu erwähnen, tut im Beispiel aber auch nix zur Sache). Zweitens darfst du nicht davon ausgehen, dass jede Arbeit mit nem gutem Stundenlohn bezahlt wird - wo wir bei der Diskussion um Mindestlöhne wären (für die ich im Übrigen genau deswegen bin). Drittens haben viele nicht mal eine Ausbildung geschweige denn nen gescheiten Schulabschluss. Arbeit zu finden die in der Std. 12 EUR und mehr abwirft dürfte da gelinde gesagt schwer fallen. Davon ab gibt der Stellenmarkt auch für gut ausgebildete Menschen nicht immer die super Arbeit her, die man verdient hätte, sodass man auch unter Wert arbeiten gehen muss. Wäre wohl in diesem Beispiel z. B. der Fall. Wenn dann alle anfangen so zu denken sollten alle die können besser die Koffer packen und auswandern, weil dann kann man Dtl. eigentlich nur noch dicht machen und sich selbst überlassen...

Zitat von tomte  Beitrag anzeigen
Versteh ich nicht - er hat 750€ netto, einen Bedarf von 638€ - warum sollte er dann einen Anspruch haben?

Siehe Anspruchsrechnung - Beim Einkommen gibts Freibeträge, die nicht angerechnet werden (siehe Rechnungen davor)... und erst dann wird der Gesamtbedarf gegengerechnet -.-
 
Alt 15.02.2010, 19:58   #34
Benutzerbild von icehouse
icehouse
Board-Polizei

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Und dann gibt es ja noch die Sklavenmärkte Zeitarbeitsfirmen, die nun wahrlich nicht mit dem Geld um sich werfen, ausser für die eigenen Bedürfnisse.
 
Alt 16.02.2010, 08:57   #35
Benutzerbild von And-E
And-E
Xler

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Aber ich denke, genau das ist der Punkt. Dass man sich auch mal etwas unter Wert verkaufen muss, damit könnte man ja leben. Aber wie hier im genannten Beispiel wären das ja grade mal 280 Euro für 4x40 Stunden. Da kann ich wirklich verstehen (wenn auch nicht gutheißen), dass mancheiner sagt, dass er dafür nicht arbeiten geht. Ich weiß nicht, ob das Beispiel ein Beispiel aus dem Buch oder aus dem richtigen Leben ist. Aber ich kenne auch Leute, die bei Zeitarbeitsfirmen arbeiten und die verdienen wesentlich mehr als dieser Herr aus dem Beispiel.

Wenn man das ganze jetzt mal (natürlich nur pauschal) mal mit der anderen Idee (höhere Freibeträge) durchrechnet, dann würde er am Ende nicht mehr rausbekommen, aber dafür weniger, wenn er nicht arbeiten geht. Allein das sollte doch schon ein Reiz sein. Wenn er dann vom Arbeitgeber gekündigt wird, dann kann man den Satz ja wieder (wenn möglich unbürokratisch) erhöhen. Aber wenn er eine andere Stelle angeboten bekommt, muss er diese auch annehmen. Ansonsten werden die Bezüge wieder gekürzt. Und Untersuchungen finden beim Amtsarzt statt und nicht beim Arzt der Wahl. Denn es gibt viele Ärzte, die einem einen gelben Schein ausstellen wenn man lieb bitte sagt. Zumindest sollte der Amtsarzt Pflicht werden, wenn solche gelben Scheine auffällig oft vorgelegt werden.
 
Alt 16.02.2010, 10:09   #36
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icehouse
Board-Polizei

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


And-E, Du verstehst das falsch. In dem Beispiel geht einer arbeiten und bekommt nebenher das ALG-II (169,-€), weil der Lohn zum Leben nicht reicht.

Es ist ja nicht so, das er Arbeitslos ist und die ihm zustehenden 638,-€ (sein Bedarf) vom Staat bekommt und den Rest (281,-€) vom Arbeitgeber. Somit geht er also nicht für 281,-€ arbeiten, sondern für 750,-€ und weil das eben nicht reicht (obwohl es nach den Regelsätzen reichen würde), erhält er die 169,-€ zusätzlich. Das ist ja keine Belohnung, sondern eine Aufstockung des Gehalts, weil das eben so mickrig ist.

Jetzt zu sagen, er solle gefälligst einen höher bezahlten Job annehmen ist ja Unsinn, weil wer will denn das kontrollieren. Der Mensch steht ja in einem Arbeitsverhältnis, ergo müsste er sich nirgends bewerben. Genauso wie er nicht zum Amtsarzt gehen muss, welcher nur für Simulanten da sein sollte, die es mit dem gelben Schein übertreiben (hast Du ja auch schon angemerkt). Irgendwann gibt es dann nämlich nur noch Amtsärzte und es wird wieder eine übergeordnete Stelle geschaffen. Ein Teufelskreis.

Der Gang zum Amt ist nicht berauschen, glaube ich mal, denn diesen Zuschuss zu beantragen kommt auch betteln gleich, aber ich würde es auch machen, bliebe mir nichts anderes über.

Mit einem Mindestlohn, der hier ja schon oft angesprochen wurde, käme der Arbeitnehmer gar nicht in diese Lage. Wenn man nämlich mindestens (ich sag jetzt mal) 1.000,-€ für seine Arbeit erhält, braucht man keine ALG-II zu beantragen.
 
Alt 16.02.2010, 10:56   #37
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And-E
Xler

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Zitat von icehouse  Beitrag anzeigen
And-E, Du verstehst das falsch. In dem Beispiel geht einer arbeiten und bekommt nebenher das ALG-II (169,-€), weil der Lohn zum Leben nicht reicht.

Ähm ... okay, dann habe ich das Beispiel falsch verstanden

Es ist ja nicht so, das er Arbeitslos ist und die ihm zustehenden 638,-€ (sein Bedarf) vom Staat bekommt und den Rest (281,-€) vom Arbeitgeber. Somit geht er also nicht für 281,-€ arbeiten, sondern für 750,-€ und weil das eben nicht reicht (obwohl es nach den Regelsätzen reichen würde), erhält er die 169,-€ zusätzlich. Das ist ja keine Belohnung, sondern eine Aufstockung des Gehalts, weil das eben so mickrig ist.

Mir will grade nicht in den Kopf, wie man für eine 40 Stunden Woche nur 1000 Euro im Monat bekommen kann. Hängt vielleicht an der Region in der ich wohne, aber hier bekommen Studenten schon bis zu 13 Euro die Stunde bei einer Werksstudententätigkeit. Oder Aushilfen in Sportgeschäften (ungelernt) 10 Euro die Stunde. Vielleicht ist da auch mein Denkfehler.
Meine Rechnung war eben anders aufgebaut. Bin grade etwas verwirrt. Im genannten Beispiel ist die Rechnung ja so in Ordnung. Ich bin von anderen Grundlagen ausgegangen. Muss ich nochmal drüber nachdenken.

Jetzt zu sagen, er solle gefälligst einen höher bezahlten Job annehmen ist ja Unsinn, weil wer will denn das kontrollieren. Der Mensch steht ja in einem Arbeitsverhältnis, ergo müsste er sich nirgends bewerben. Genauso wie er nicht zum Amtsarzt gehen muss, welcher nur für Simulanten da sein sollte, die es mit dem gelben Schein übertreiben (hast Du ja auch schon angemerkt). Irgendwann gibt es dann nämlich nur noch Amtsärzte und es wird wieder eine übergeordnete Stelle geschaffen. Ein Teufelskreis.

Wie gesagt, es gibt ja Leute die arbeiten wollen. Und denen sollte nach Möglichkeit geholfen werden. Die Sache mit dem Amtsarzt war eher auf die Leute bezogen, die immer wenn Sie vom Arbeitsamt eine Stelle bekommen zum Arzt rennen und sich einen Schein besorgen.
 
Alt 16.02.2010, 11:03   #38
Benutzerbild von icehouse
icehouse
Board-Polizei

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Zitat von And-E  Beitrag anzeigen
...
Mir will grade nicht in den Kopf, wie man für eine 40 Stunden Woche nur 1000 Euro im Monat bekommen kann.
...


Dann solltest Du nicht im Osten Deutschlands arbeiten wollen, denn hier gibt es noch genügend Arbeitnehmer, die nicht mal diese 1.000,-€ erhalten.
Die Lebenshaltungskosten, sind aber im Gegenzug genauso hoch, wie im Westen Deutschlandes.

Wegen der Arzt-Geschichte, da sind wir wohl auf dem gemeinsamen Nenner . Ich mein, ich muss ja auch zu sowas wie einem Amtsarzt, halt nur von der BG. Wobei so eine Knochenknorpeltransplatation auch nicht mit einem kleinen Grippe-Übel zu vergleichen ist .
 
Alt 16.02.2010, 12:11   #39
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xmat
Bekennender Koffeinjunkie

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Wir nehmen einfach mal an, dass du nicht wegen jeden gebrochenen Fingernagel zum Doktor läufst ...

Das grundlegende Übel an der ganzen Sache ist ja wohl, dass immer mehr Löhne an bzw unter das Existenzminimum (bzw. Unterstützung des Arbeitsamtes) gehen. Die Berechtigte Frage ist ja wohl dann, warum jemand 40 Stunden die Woche arbeiten soll um grade mal eben so zu überleben, wenn das Geld auch vom Amt kommt? Ich würde es nicht tun, ganz ehrlich.
Und die Regelsätze nach unten schrauben, um dieser Problematik zu entgehen, kann ja wohl auch nicht die Lösung des Problems sein, oder?
 
Alt 16.02.2010, 12:34   #40
Benutzerbild von tomte
tomte
ex-3dwinler

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Mir will grade nicht in den Kopf, wie man für eine 40 Stunden Woche nur 1000 Euro im Monat bekommen kann. Hängt vielleicht an der Region in der ich wohne, aber hier bekommen Studenten schon bis zu 13 Euro die Stunde bei einer Werksstudententätigkeit. Oder Aushilfen in Sportgeschäften (ungelernt) 10 Euro die Stunde. Vielleicht ist da auch mein Denkfehler.

Nein, das ist nicht direkt dein Denkfehler, sondern ein allgemeiner. Wenn man als Student schon 13 Euro (netto) in den A**** geschoben bekommt (meistens dafür nichts tun muss), dann erwartet man natürlich als fertig Studierter 26 Euro oder mehr. Und da ist die Welt verkehrt, denn das will und kann kein Arbeitgeber ausgeben. Abgesehen davon dass schon die 13€ sehr luxuriöse Lebensstandards decken können...
 
Alt 16.02.2010, 12:58   #41
Benutzerbild von And-E
And-E
Xler

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Die 13 bzw. 10 Euro wären brutto. Aber selbst dann käme man mit einem 40 Stunden Job auf 1600 bis 2100 brutto im Monat.

Und wie xmat das auch schon sagte: Wenn man für fast das gleiche Geld auch zu hause bleiben kann, wieso nicht? Es muss doch ein Anreiz zum Arbeiten geboten werden.

@ice: Was hindert die Leute denn dann in den Westen zu gehen? Wenn man im Westen bessere Gehälter bekommt, dann wäre das doch die einfachste Lösung. Wie ich schon sagte, ich kenne Leute, die für einen Job teilweise durch die halbe Republik gereist sind. Von Heilbronn nach Ulm, Karlsruhe, München, Essen. Oder andere von Hamburg nach Berlin und dann nach Köln. Teilweise von den Firmen dorthin beordert oder wegen anderer (besserer) Jobs eben umgezogen. Ich kenne Leute, die fahren täglich 2 Stunden mit Bus und Bahn (oneway) um zur Arbeit zu kommen. Worauf ich hinaus will: Wenn in meiner Gegend / Region kein Job für mich da ist, dann muss ich wo anders suchen. Und da kann ich nicht einfach sagen: Vater Staat, gib mir Geld! Bei Menschen, die sich bemühen und wo nachvollziehbar ist (wie bei Herrn X), dass sie arbeiten wollen, da soll der Staat auch ausreichend Unterstützung leisten. Bei andern (Fernsehfamilie Y), die sich (mit unzähligen Ausreden) einfach weigern zu arbeiten, bei denen sollte der Staat Gelder kürzen.

Jetzt nur mal auf Herrn X aus dem Beispiel bezogen: Wenn er sich dermaßen bemüht und tatsächlich 40 Stunden für lächerliche 900 Euro netto schufftet, dann sollte er sich vielleicht bemühen wo anders einen Job zu bekommen. Wie gesagt, vielleicht ein Denkfehler, aber solche Leute, die wirklich arbeiten wollen, bekommen besser Jobs, als die, die sich einfach nicht bemühen. Natürlich muss man dafür Kompromisse eingehen.
 
Alt 16.02.2010, 14:42   #42
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icehouse
Board-Polizei

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Wenn alle in den Westen gingen, waere der Osten bald leer. Hier ist eh schon nicht mehr viel los.
Dann gibt es auch noch die Menschen mit Wohneigentum, der nicht verkauft werden kann, weil hier eben keiner mehr diese Imobilie kaufen will/kann. Da gibt es viele Gruende. Und wer gibt den eine Jobgarantie, nach erfolgtem Umzug? Du weisst doch selber, jeder Umzug ist wie ein kleiner Brand. Und da klammer ich die Kosten fuer die Umzuege mal aus.

Kopf in Sand ist auch nicht das wahre.
 
Alt 16.02.2010, 15:14   #43
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And-E
Xler

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Also erstmal sollte man den Job haben bevor man umzieht, das ist klar. Auf gut Glück wäre zu riskant. Das Problem ist doch, solange es Menschen gibt, die sich so ausbeuten lassen, so lange gibt es auch die Arbeitgeber die nur einen Hungerlohn zahlen. Sagt der eine zu dem Jobangebot nein, dann sagt ein anderer ja. Das ist ebenfalls ein Teufelskreis, wo wir wieder beim Mindestlohn sind.

Und wie ich schon sagte, man sollte das nicht pauschalisieren. Aber es gibt sicherlich einige Leute, die sich ihrer Möglichkeiten nicht bewusst sind und sicherlich auch einige, die einfach zu faul oder bequem sind sich Möglichkeiten zu schaffen. Natürlich hast Du Recht, es gibt immer Ausnahmen, wo eine Änderung schwer bis unmöglich ist. Aber viele wollen an diesem Zustand ja nichts ändern. Und um die Leute geht es mir. Hier muss eine Notbremse gezogen werden. Jeder kann doch in irgendeiner Sparte arbeiten, auch ungelernt. Und wenn man sich weigert, dann muss das Geld gekürzt werden. Aber hier muss das Arbeitsamt eben mehr Engagement zeigen und die Arbeitslosen auch richtig vermitteln.
 
Alt 16.02.2010, 15:58   #44
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Engelchen
Löwenzahntiger

AW: Von der Dekadenz der Unterklasse - gibt es genug Hartz4?


Zitat von And-E  Beitrag anzeigen
Jetzt nur mal auf Herrn X aus dem Beispiel bezogen: Wenn er sich dermaßen bemüht und tatsächlich 40 Stunden für lächerliche 900 Euro netto schufftet, dann sollte er sich vielleicht bemühen wo anders einen Job zu bekommen. Wie gesagt, vielleicht ein Denkfehler, aber solche Leute, die wirklich arbeiten wollen, bekommen besser Jobs, als die, die sich einfach nicht bemühen. Natürlich muss man dafür Kompromisse eingehen.

Steht ja nicht im Beispiel (aus unserem Bereich) was Herr X für ne Ausbildung hat bzw. ob er überhaupt eine hat. Hier gibt es nun mal für ungelernte Kräfte nur nen Hungerlohn, wenn man mal davon ausgeht, dass er nicht ausgebildet ist. Und selbst Gelernte (Baunebengewerbe) gehen hier teilweise mit unter 10 EUR im Monat nach Hause. Wohlgemerkt Brutto und auch 40 h Woche! Die wiederum sind aber froh überhaupt was zu haben und regelmäßig ihr Geld zu bekommen (was ja z. B. im Baugewerbe auch nicht unbedingt die Regel ist...) Es gibt eben immernoch einen imensen Unterschied zwischen Ost und West, auch wenn da viele die Augen vor verschließen. Ausgaben haben sich zum großen Teil schon angepasst, nur die Einkünfte offensichtlich nicht -.- Ich kann da von Glück reden, dass es diese Ost-/Westunterschiede beim Gehalt im öD nicht mehr gibt.

Und wie Ice schon schrieb, kann man nicht erwarten, dass alle in den "Westen" gehen. Würde das so passieren, würde es mit Arbeitslosigkeit und Lohnniveau irgendwann im "Westen" genauso aussehen wie hier.
 

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