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Alt 29.05.2009, 07:58   #1
Benutzerbild von icehouse
icehouse
Board-Polizei

Schwerstabhängige erhalten Heroin auf Rezept


Nach jahrelangem Streit ist der Weg zur staatlichen Abgabe von künstlichem Heroin an Abhängige bundesweit frei. Ohne Fraktionszwang beschloss der Bundestag am Donnerstag mit 349 Ja-Stimmen bei 198 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen einen von der SPD initiierten Antrag.

Der Gesetzentwurf wurde von der Opposition unterstützt. Die Union lehnte ihn ab. Das sogenannte Diamorphin bekommen Menschen in speziellen Einrichtungen unter staatlicher Aufsicht nach «strengen Kriterien», wie die SPD-Gesundheitsexpertin Carola Reimann versicherte.

Betroffene müssen seit mindestens fünf Jahren opiatabhängig sein, mindestens zwei erfolglose Therapien hinter sich haben und mindestens 23 Jahre alt sein. Dazu wird Diamorphin als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel eingestuft. Ein Unionsantrag, zunächst weitere Studien durchzuführen, kam nicht mehr zur Abstimmung.


Quelle: n24.de

Alles über dieses Thema, gibt es auf Klick


---

Man merkt das Wahlen anstehen und die Politiker tun alles dafür, um auch den letzten Junkie an die Wahl-Urne zu bekommen.
 
Alt 29.05.2009, 08:48   #2
Benutzerbild von blueberry
blueberry
Turbotippse

AW: Schwerstabhängige erhalten Heroin auf Rezept


Dann will ich Kaffee auf Rezept. Bin auch schwerstabhängig.

*kopfschüttel* Wie sagten wir noch 2006 als hier Wahl war und arbeiten mussten (öffentlicher Dienst): Kommt n Wal zur Wahl und sagt es ist Wahl.... bärks... Sinnfrei? Joa, aber das brauchten wir damals auch...
 
Alt 29.05.2009, 23:19   #3
Benutzerbild von Neuromancer
Neuromancer

AW: Schwerstabhängige erhalten Heroin auf Rezept


Es gibt Themen, da kann man diskutieren soviel man will, es wird keinen Konsens geben. Das ist eins davon.
Seit einem halben Jahrhundert gibt es den Vorgänger Methadon, der neue/alte "Stoff" ist eine echte Verbesserung. Diamorphin kickt wie normales Heroin, Methadon half nur gegen die Entzugserscheinungen. Das alles hat aber mit dem eigentlichen Problem, den Süchtigen wieder einzugliedern und von der Sucht zu befreien, wenig zu tun. Daher für mich ein unwichtiges Thema.
 
Alt 13.06.2009, 13:01   #4
Benutzerbild von DeathNote
DeathNote
X-User

AW: Schwerstabhängige erhalten Heroin auf Rezept


Also ich würde auch mal sagen mal soll doch eher was erfinden/beschliessen womit man den Süchtigen helfen kann... Was mich noch interressieren würde: Wenn man das "verabreicht" bekommt, alle Kriterien erfüllt usw. ist man dann hoffnunglos verloren schon? Oder wird auf Basis dieses Medikaments weiter behandelt?
 
Alt 13.06.2009, 14:11   #5
Benutzerbild von spritdealer
spritdealer
Power-Poster

AW: Schwerstabhängige erhalten Heroin auf Rezept


Zitat von DeathNote  Beitrag anzeigen
Also ich würde auch mal sagen mal soll doch eher was erfinden/beschliessen womit man den Süchtigen helfen kann...

Ich mag mich täuschen, aber Methadon ist doch ein synthetisches Zeug, das extra dazu erfunden wurde, also eine Ersatzdroge. Die süchtigen müssen sich das Zeug nicht bei dubiosen Dealern besorgen und auch nicht weiss Gott dafür tun, Stichwort: Kriminalität, Prostitution usw. Wenn man etwas erfinden könnte, das alle süchtigen (H, Kokain, Zigaretten, Alkohol, Benzin, Klebstoff) von ihrer Sucht befreit, dann wäre das sicher die Erfindung der Mennscheit. Es werden schließlich seit tausenden von Jahren Drogen konsumiert, egal in welcher Form. Die andere Seite wäre nur: Wenn es etwas gäbe, das dich sagen wir z.B. vom Alkohol fernhält, was glaubst du wohl, was die Alkohol-Industrie mit dem Erfinder anstellen würde?
 
Alt 13.06.2009, 14:46   #6
Benutzerbild von Neuromancer
Neuromancer

AW: Schwerstabhängige erhalten Heroin auf Rezept


@Spritti
Methadon ist nur eben kein Ersatz. Es kickt nicht, daher werden die Süchtigen wieder rückfällig. Nicht besser als ein Nikotinpflaster. Ich bin für: Stabiler Staat, stabiles aber interessantes und forderndes soziales Umfeld ergibt gefestigten Mensch. Viele von uns haben sicher schon gekifft etc. aber denken nicht im Traum daran härtere Drogen zu nehmen, oder dem Alkoholismus zu verfallen.

Was den Alk angeht, wird an einem Biochemiecocktail geforscht(Anfangsstadium) der die Wirkung von Alkohol ohne dessen Nebenwirkungen hat. Die Trekkies werden sicher gleich "Synthehol" denken.
 
Alt 13.06.2009, 14:57   #7
Benutzerbild von spritdealer
spritdealer
Power-Poster

AW: Schwerstabhängige erhalten Heroin auf Rezept


Zitat von Neuromancer  Beitrag anzeigen
@Spritti
Methadon ist nur eben kein Ersatz. Es kickt nicht, daher werden die Süchtigen wieder rückfällig. Nicht besser als ein Nikotinpflaster.

Ok wusste ich nicht. Ich kenne eben nur den Begriff Methadon als Ersatzdroge für Heroin. Ob das was taugt - keine Ahnung. Ich "hänge" an Lucky Strike und hier und da ein bischen Alk, kenne mich mit H nicht aus und das bleibt auch so
 
Alt 14.06.2009, 19:19   #8
Benutzerbild von DeathNote
DeathNote
X-User

AW: Schwerstabhängige erhalten Heroin auf Rezept


Was würde eigentlich passieren wenn man einen Süchtigen 4 Wochen oder so völlig absetzt und einsperrt? Er bekommt natürlich Suchterscheinungen, aber kann man ihn so nicht heilen?

Ansonsten: Nicht damit anfangen, dann hat man auch kein Problem..
 
Alt 14.06.2009, 19:30   #9
Benutzerbild von Ravenheart
Ravenheart
Discordianer

AW: Schwerstabhängige erhalten Heroin auf Rezept


Das wäre mehr oder weniger das, was man einen kalten Entzug nennt. Das Rückfallrisiko ist bei einem kalten Entzug aber relativ hoch.

Wirklich heilen kann man einen Süchtigen, egal welche Droge, sowieso niemals.
 
Alt 17.06.2009, 02:28   #10
Benutzerbild von Kleinstadtküken
Kleinstadtküken
X-User

AW: Schwerstabhängige erhalten Heroin auf Rezept


Das ändert ja an seinem Suchtverhalten an sich nichts, ich denke, da gehört auch immer ne Psychotherapie zu. Kalter Entzug auf Zwang bringt doch nicht dieses "Klick" im Hirn, was man braucht, um von einer Droge welcher Art auch immer wegzukommen. Die Einsicht fehlt da doch.
 
Alt 17.06.2009, 08:38   #11
Benutzerbild von Ravenheart
Ravenheart
Discordianer

AW: Schwerstabhängige erhalten Heroin auf Rezept


Richtig. Ohne den Willen wirklich die Finger von dem Dreckszeug zu lassen, fruchtet kein Entzug. Und gerade im Fall von harten Drogen wie Heroin ist eine Therapie und auch eine Änderung des sozialen Umfeldes mindestens genauso wichtig, wie der Entzug selber.
 

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